01 Januar 2010

Unsere Konzeption

Konzeption des Verein
Tageseltern für Dresden e.V.

Naußlitzer Straße 14, 01187 Dresden


Dresden, 14.11.2007
Inhaltsverzeichnis


1. Kernaussage des Vereins „Tageseltern für Dresden e.V.“ Seite 3

2. Tagespflege in Dresden

2.1. Strukturen und Formen in der heutigen Tagespflege Seite 4
2.2. Einbindung und Status der TP in Dresden Seite 5
2.3. Chancen und Nöte in der Tagespflege Seite 6


3. Die Arbeit (Wirken) des Vereines für Tageseltern in Dresden

3.1. Grundsätze des Vereines für Tageseltern Seite 9
3.2. Zielgruppe Seite 9
3.3. Ziele und Umsetzung Seite 9


4. Organisation des Vereines

4.1. Personelle, zeitliche und räumliche Organisation des Vereins Seite 10
4.2. Finanzielle Organisation des Vereines Seite 11


1. Kernaussage des Vereins „Tageseltern für Dresden e.V.“


Die Tagespflege in Dresden mit ca. 260 Tagespflegepersonen ist ein fester Bestandteil in der Betreuungslandschaft der null- bis dreijährigen Kinder geworden.
Mit zunehmendem Maß wird diese Betreuungsform von den Eltern angenommen und als eine echte Alternative zur herkömmlichen Kleinkindbetreuung genutzt.

Die Tagespflegepersonen möchten sich der Aufgabe, den hohen qualitativen Anforderungen bei der Betreuung des kleinen Kindes, stellen. Denn ihnen wird das wertvollste, was die Gesellschaft zu bieten hat, anvertraut:

Der Mensch in seiner sensibelsten und beeinflussbarsten Lebensphase; das Kind vor dem Kindergartenalter.

Um der Aufgabe einer Tagespflegeperson gerecht zu werden, bedarf es viel Eigenengagement, begleitenden Fortbildungen und Anerkennung der geleisteten Arbeit sowie in der existenziellen Sicherheit in der Ausübung dieses Berufes.

Der Verein stellt sich der Frage: Kann man dies auf Dauer allein schaffen, ohne die Balance zwischen der Arbeit, dem Zuhause und dem sozialen Umfeld zu verlieren?

Die Antwort ist: Nein!

Um für diese Arbeit die Kraft zu bewahren, ist es notwendig positive Feedbacks zu erhalten, Selbstvertrauen zu stärken und bei Problemen Hilfe zu erhalten. Es bedarf AnsprechpartnerInnen, die Gelegenheit des gegenseitigen Austausches sowie Angeboten von Fortbildungen und Beratungsmöglichkeiten. Eine Öffnung nach Außen ist ein wichtiger Aufgabenbereich, um einerseits auf die Notwendigkeit und das gute Betreuungsangebot der Tagespflege hinzuweisen, sowie um auf Probleme in der Tagespflege aufmerksam zu machen.

Besitzen wir diese Grundlage, können wir voll Selbstbewusstsein und Engagement, voll Freude und reflektiert in unserem Berufsalltag stehen.

Der Verein möchte Entwicklungsraum für eine neue Gemeinschaft Dresdner Kindertagespflege schaffen und gegenseitiger Partner, Begleiter und Unterstützer sein.

2. Tagespflege in Dresden

2.1. Strukturen und Formen in der heutigen Tagespflege


Berufsbild
Tagespflege in Dresden ist derzeitig eine Kinderbetreuungsform auf freiberuflicher, selbständiger Basis, im Zusammenwirken mit dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden.

Ort
Die Tagespflegeperson erklärt einen bestimmten Teil ihres Privathaushaltes (mindestens 5 qm pro Kind) ihrer Wohnfläche zum (zigarettenrauchfreien) Betreuungsbereich. Dieser kann ausschließlich oder zeitweise zur Betreuung genutzt werden und sollte dementsprechend eingerichtet sowie kindersicher sein, Rückzugs- und Bewegungsräume bieten. Jedes Kind braucht einen geeigneten Schlafplatz. In Ausnahmefällen kann eine Wohnung auch extra angemietet werden. Grünbereich, Garten oder Spielplatz sollten erlaufbar sein.

Vorraussetzung
Tagespflegeperson kann jeder werden, der eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, über pädagogische und kommunikative Kompetenz verfügt, ein nicht belastetes polizeiliches Führungszeugnis und eine ärztliche Bescheinigung über seinen positiven Gesundheitszustand vorlegen kann.
Wessen Vorberuf nicht im erzieherischen Bereich angesiedelt war, muss sich bereit erklären, ein berufsbegleitendes 130-stündiges Curriculum als fachliche Einstimmung zu absolvieren.

Kinder / Eltern
Betreut werden ein bis fünf Kinder vom Babyalter bis zum Kindergarteneintritt, üblicherweise an Werktagen, in einem zeitlich abgesprochenen Betreuungsfenster. Sonderregelungen für Kindergarten- oder Hortalter, Übernachtungs- und Wochenendbetreuung sind möglich.
Nutzen können das Tagespflegeangebot grundsätzlich alle Eltern. Ein privater Platz stellt keinerlei Bedingungen, für einen durch den Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden nach §3 Abs.3 Sächsischen Kindertagesstättengesetz geförderten Platz, müssen beide Elternteile mit einem Kind unter zwei Jahren eine Berufstätigkeit nachweisen können (bis 2008).
Eltern und Tagespflegeperson haben Wahlfreiheit. Welche Tagespflegestellen es in welchem Stadtteil gibt, erfahren die Eltern über eine stets aktualisierte Tagespflegeliste des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Dresden oder von diesem eingesetzten Vermittlungs- und Beratungsstellen.

Zusammenwirken von Tagespflegepersonen und dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden
Vor Aufnahme der ersten Kinder muss eine Vereinbarung des Eigenbetriebes Kindertages-einrichtungen Dresden mit der Tagespflegperson vorliegen. Diese erhält man unter folgenden Bedingungen:
- die zukünftige Betreuungsstelle muss in einem Stadtteil liegen, in dem der Bedarf an Betreuungsplätzen (Altersgruppe null bis drei Jahre) noch nicht gedeckt ist.
- die Betreuungsstelle liegt max. im zweiten Stockwerk und wurde nach Besichtigung durch MitarbeiterInnen des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Dresden als geeignet eingestuft.
- die entsprechenden Unterlagen müssen vorliegen: Antrag auf Erteilung zur Erlaubnis einer Kindertagespflegestelle nach § 43 SGB VIII mit Information über Anzahl der geplanten Betreuungsplätze, Alter der Kinder, Betreuungszeitrahmen, Raumnutzungs- und Betreuungskonzept, evtl. Nachweis der Altersvorsorge.
Die Tagespflegeperson und der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden unterschreiben dann eine Vereinbarung, welche die Voraussetzungen und Ansprüche an Ort und Person der Tagespflegestelle zu regeln versucht, sowie Randbedingungen und Verpflichtungen des Eigenbetriebes umreißt. Der Anspruch auf 26 bezahlte Urlaubs- und zehn Krankheitstage sowie fünf Fortbildungstage pro Kalenderjahr, einem Zuschuss zur Altersvorsorge sind hier festgehalten. Außerdem enthält die Vereinbarung die Verpflichtung, sich regelmäßig fortzubilden, Probleme und Veränderungen dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden mitzuteilen.
Für Unterkunft, Pflege und Förderung der Kinder erhält die Tagespflegeperson eine Auf-wandsentschädigung vom Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden. Essens- und Pflegegeld wird direkt mit den Eltern abgerechnet.

Rechtliche, steuerliche und versicherungstechnische Grundlagen
Es wird mit den Eltern eine Tagespflegevereinbarung abgeschlossen. Diese erhält man vom Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden, eigene Zusatzvereinbarungen können nach Absprache mit dem Eigenbetrieb ebenfalls getroffen werden.
Die Tagespflegeperson kann ihre Pädagogische Konzeption frei gestalten.
Gelder, welche durch die Tagespflegetätigkeit eingenommen werden, unterliegen ab dem 01.01.2008 der Steuerpflicht.
Tagespflegepersonen sind verpflichtet, über die zuständige Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) eine gesetzliche Unfallversicherung für sich abzuschließen (Kosten übernimmt der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden).
Für „geförderte“ Plätze gilt: die Gastkinder sind über den Kommunalen Schadensausgleich der Stadt Dresden (KSA) versichert, die Tagespflegeperson haftpflichtversichert.
Bei „privaten“ Plätzen sollte der Versicherungsschutz von den Eltern (Unfall) oder der Tagespflegeperson (Haftpflicht) abgeschlossen werden.


2.2. Einbindung und Status der Tagespflege in Dresden


Arbeitsrechtlicher Status von Tagespflegepersonen in DresdenDie Selbständigkeit als Tagespflegeperson ist vielschichtig gestaltet und beginnt mit der "hauseigenen" Definition ihrer Tätigkeit und der Sicht von offizieller Seite. Hier sind unterschiedliche Sichtweisen erkennbar. Beleuchtet man die Definition von Selbständigkeit allgemein und betrachtet man die Beziehung zwischen Tagespflegepersonen mit dem Eigenbetrieb, tritt eine Unklarheit der Tagespflegepersonen bezüglich ihres Status hervor. Aus Sicht der offiziellen Ämter, sei es Eigenbetrieb, Finanzamt, Rentenversicherungsanstalt , Krankenkassen etc. sind Tagespflegepersonen Selbstständige mit allen Rechten und Pflichten die dazu gehören. Dennoch sind sie wesentlich an die Vorgaben des Eigenbetriebes gebunden. Der folgende direkte Vergleich der Definition von Selbstständigkeit und Scheinselbständigkeit soll die Diskrepanz des Status von Tagespflegeeltern veranschaulichen:Definition Selbständigkeit:
Eine selbstständige Tätigkeit liegt dann vor, - wenn sie in eigenem Namen und auf eigene Rechnung ausgeübt wird, - wenn eine eigene Betriebsstätte vorhanden ist, Verfügungsmöglichkeit über die eigene Arbeitskraft vorliegt, das Unternehmensrisiko getragen wird- die Befugnis besteht, die Tätigkeit und die Arbeitszeit im Wesentlichen frei zu gestalten.
Definition Scheinselbständigkeit:
Gegen das Vorliegen einer selbstständigen Tätigkeit spricht:- Weisungsgebundenheit gegenüber dem Auftraggeber in zeitlicher, fachlicher und örtlicher Hinsicht,- Eingliederung in den Betrieb des Auftraggebers,- Einbeziehung in den betrieblichen Ablauf,- keine Unternehmerinitiative, kein Unternehmerrisiko,- festes Entgelt,- Anspruch auf Urlaub, Entgeltfortzahlung,- Leistungserbringung in eigener Person, keine Delegationsmöglichkeit an andere Personen,
- Arbeitsumfang wird von anderen bestimmt.
Tagespflegepersonen befinden sich demnach in einem Statuskonflikt.
Eine Tagespflegeerlaubnis ist an den Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden gebunden. Diese beinhaltet die Bewerbung um die Zulassung, wo private, finanzielle, konzeptionelle und strukturelle Verhältnisse gegenüber des/der SachbearbeiterIn offen zu legen sind. Dieser/-m obliegt die alleinige Entscheidung, ob man als Tagespflegeperson geeignet ist. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, unterzeichnen beide „VertragspartnerInnen“ eine Vereinbarung.

Hier kann von Anfang an ein mangelhaftes Bewusstsein über die Pflichten und den Umfang einer freiberuflichen Tätigkeit entstehen.
Ausgehend von der oben genannten Tagespflegeerlaubnis und Vereinbarung kann letztlich nicht von einer "reinen" Selbstständigkeit gesprochen werden, sei es durch die Regelungen wie, wann und wo die Tätigkeit ausgeübt werden soll, wie sie entgolten wird oder angesichts der Absicherung der Ausfallzeiten von Tagespflegepersonen durch den Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden. Die Tagespflege befindet sich offensichtlich in einem Grau- Bereich zwischen Schein- und Selbständigkeit. Aus Sicht der Finanzämter und Rentenversicherungsanstalt und spätestens mit der neuen Gesetzeslage ab 2008 werden Tagespflegepersonen als reine Selbstständige betrachtet.
Auf der einen Seite ist eine klare Abhängigkeit vom Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden ersichtlich, andererseits sieht sich die Tagespflegeperson der "Steuer-, Versicherungs- und Rechtswelt" für Selbständige verpflichtet. Oft wird dies erst bewusst, wenn es um die Klärung von steuer- und versicherungsrechtlichen Umständen geht. Konkrete Hilfe durch den Vereinbarungspartner Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden ist nicht in allen Fällen sofort abrufbar, da kein Anstellungsverhältnis vorliegt, Zuständigkeiten ungeklärt sind und vorrangig der Tagespflegepersonen obliegen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass durch den Eigenbetrieb gegenüber Tagespflegepersonen mehr Verbindlichkeiten einfordert als leistet und eine den Tagespflegepersonen zugewandte Positionierung fehlt. Andererseits sind auch dem Eigenbetrieb die Hände gebunden, da er sich an den Gesetzgeber halten muss und somit selber in einem Statuskonflikt steht. Vielleicht fehlt es hier an Transparenz.

Es stellt sich die Frage: Sollte der Eigenbetrieb klarere Positionen in der Öffentlichkeit beziehen, was "ihre" Tagespflegestellen betrifft? Das könnte zur Anerkennung unseres Berufstandes in der Öffentlichkeit beitragen. Wenn ja, wie sollte diese aussehen? Und was kann ein Verein für Tagespflegepersonen in dieser Hinsicht unternehmen und wo kann er unterstützend tätig werden?
Sozialer Status
Der soziale Status von Tagespflegepersonen gestaltet sich vielseitig. Kaum eine Form der Selbstständigkeit geht so sehr in das Private wie die Tagespflege. Eine klare Abgrenzung zwischen der beruflichen und familiären Ebene ist kaum praktizierbar, das Verwischen der beruflich – privaten Grenze ist Teil der Vereinbarung mit dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden: " Die Tagespflegeperson plant den Tagesablauf so, dass es zu einer Balance zwischen der Tagesbetreuung und ihren eigenen familiären Aufgaben und Verpflichtungen kommt." und "Die Tagespflegeperson plant ihre Familienaufgaben so, dass sie als Anregungs- und Lernmöglichkeiten für die Kinder genutzt werden können." Ohne das Einverständnis und Unterstützung im familiären Haushalt ist eine Ausübung der Tagespflege in dem Sinne nicht möglich. Es kann das Missverständnis entstehen, dass die eigene Familie im Zusammenhang mit der Tagespflege als öffentliche Einrichtung definiert wird. Deswegen ist es notwendig, sich der Zustimmung aus dem eigenen privaten Umfeld immer wieder zu versichern.

2.3. Chancen und Nöte in der Tagespflege

Welche Möglichkeiten und Chancen bietet die Tagespflege?
Was sollte man wissen, bevor man sich entscheidet als Tagesmutter oder Tagesvater zu arbeiten?

Verwirklichung eigener pädagogischer Vorstellungen
Die Tagespflegeperson hat die Möglichkeit in Ihrer eigenen Wohnung oder in dafür extra angemieteten Räumen tätig zu sein.
Bei der Erstellung der pädagogischen Konzeption seiner Tagespflegestelle können eigene Ideen und pädagogische Vorstellungen eingebracht und verwirklicht werden. Trotz alledem sollte die Konzeption auf den sächsischen Bildungsplan gestützt sein.

Zusammenarbeit zwischen Eltern und Tagespflegeperson / individuelles Eingehen auf die Kinder
In der Tagespflege-Kleingruppe kann man den null- bis dreijährigen Kindern eine familiäre Atmosphäre schaffen, in der sich die Kinder wohl und sicher fühlen, sowie deren Eltern.
Eine Tagespflegeperson sucht sich je nach Bedarf ihre Kinder und Eltern selbständig aus. Denn nicht nur das Kind sollte in die Gruppe passen, sondern auch die Tagespflegperson zu den Eltern. Der Kontakt zwischen Tagespflegperson, Eltern und Kind ist ein sehr enger und persönlicher, anders als man dies von Kindertagesstätten gewohnt ist.
Dies sind wichtige Voraussetzungen für eine gute pädagogische Arbeit der Tagespflegeperson und die Chance mit den Eltern in einen Austausch zu kommen. Nicht nur um Probleme zu besprechen, sondern um Anregungen zu geben und gemeinsame Absprachen zu treffen, denn jedes Kind hat seine „Besonderheiten“ und ist in seinen Entwicklungsphasen individuell anzuschauen. Durch das gemeinsame „Draufschauen“ erfährt das Kind Sicherheit und „Angenommen sein“ sowie die Möglichkeit sich frei zu entwickeln.

Existenzsicherung, Fortbildung, soziale Absicherung und Unfallversicherung
Als in Dresden die Tagespflegebetreuung von Kleinkindern in Angriff genommen wurde, ist es der Stadt Dresden weitestgehend gelungen den Tagespflegepersonen eine gesicherte Existenz zu bieten.
Für die zu betreuenden Kinder erhält die Tagespflegeperson einen festen Satz pro Kind. Somit verfügt die Tagespflegeperson über ein festes und bisher gesichertes Einkommen.
Besonders erwähnenswert ist die Bezahlung für Ersatzbetreuung für eine festgesetzte Anzahl an Urlaubs-, Krankheits- und Weiterbildungstagen.
Die Tagespflegeperson sucht sich selbständig oder erhält von der Stadt oder anderen freien Trägern Angebote für Fort- und Weiterbildung, die sie nach ihren eigenen pädagogischen Bedürfnissen und Vorstellungen aussuchen kann. Für diese Maßnahmen kann man finanzielle Unterstützung beantragen.
Was ist aber im Alter? Tagespflegepersonen sind selbständig und müssen für sich selber vorsorgen. Auch bei der Altersvorsorge beteiligt sich die Stadt hälftig bis zu einem festgesetzten Höchstbetrag. Dadurch ermöglicht die Stadt Dresden den Tagespflegepersonen derzeitig eine gute soziale Absicherung.
Eine oft gestellte Frage lautet: Sind die zu betreuenden Kinder und die Tagespflegepersonen bei Unfällen versichert?
Ja! Die zu betreuenden Kinder sind nach Abschluss einer Tagespflegevereinbarung für den Besuch einer Tagespflegestelle über den kommunalen Schadensausgleich (KSA) der Stadt Dresden versichert.
Sollte einer Tagespflegperson in der Ausübung ihrer Tätigkeit etwas passieren, ist sie über die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) versichert.

Der Beruf der Tagespflege birgt aber auch diverse Schwierigkeiten in sich.

Vereinzelung
Während ErzieherInnen in Kindertageseinrichtungen in ein Kollegium eingebunden sind und im fachlichen Austausch untereinander, beispielsweise in den Dienstberatungen, stehen, mangelt es daran in der Tagespflege. Räume für Erfahrungsaustausch, Reflektion sowie die gemeinsame Entwicklung von Problemlösungen sind nur minimal vorhanden und ungenügend professionalisiert (z.B. Tagesmüttertreffen der verschiedenen Stadtteile). Dadurch existiert ein enormer Bedarf an gegenseitigem Rückhalt sowie Unterstützung durch KollegenInnen mit ähnlichen Erfahrungen, ähnlichem Bildungshintergrund und es kann passieren, dass das Gefühl eine Einzelkämpfer-position innezuhaben entsteht.
Der dürftige Austausch unter Fachkräften in der Tagespflege stellt ein Qualitätsrisiko betreffs der pädagogischen Arbeit von Tagespflegepersonen dar.


Arbeit im Privatraum
Die Vermischung des Privaten mit dem Beruflichen durch die Ausübung der Tagespflege im privaten Lebensraum der Tagespflegepersonen erscheint auf Dauer nicht nur als vorteilhaft. Einschränkungen in ihrer Privatsphäre entstehen für Familienmitglieder, wenn sie sich aufgrund von Krankheit oder Urlaub während dem Tagespflege-Betrieb zu Hause aufhalten.
Auf Nachbarschaft sowie Vermieter ist ebenso Rücksicht zu nehmen. Eine Einverständniserklärung des Vermieters vor Aufnahme der Tätigkeit soll Konflikte vermeiden. Aber erst in der praktischen Ausübung der Tätigkeit wird sichtbar, wo die Tolleranzgrenzen liegen. Diese Sorgen werden von der jeweiligen Tagespflegeperson alleine getragen. Hier wird eine hohe Anpassungsleistung verlangt, die eine zusätzliche Belastung darstellt.

Die privat-berufliche Vermischung sowie die Arbeit ohne Kollegium kann auch zu Grenzüberschreitungen seitens der Eltern von Tagespflegekindern führen, z.B. wiederholt zu spätes Abholen von Tagespflegekindern, Verzug in der Zahlung von Essengeld und Abgabe kranker Kinder in die Betreuung. Dies kann eine Folge fehlenden Rückhaltes sein.
Nicht auszuschließen sind auch Grenzüberschreitung seitens von Tagespflegepersonen, z.B. übermäßiges Einmischen in die Erziehungsauffassung der Eltern oder willkürliches Kürzen von Öffnungszeiten entgegen den vertraglichen Vereinbarungen. Hier mangelt es an wirksamen Kontrollmechanismen.

Organisation
Ein großer entwicklungsbedürftiger Punkt in Hinsicht auf die Organisation von Tagespflege seitens des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Dresden ist die Ersatzbetreuung im Krankheits- sowie Urlaubsfall. Die Stadt verpflichtet sich die Weiterbetreuung des Tagespflegekindes während des Ausfalles der Tagespflegeperson zu garantieren. Allerdings weißt die praktische Handhabung hier erhebliche Lücken auf. Zum einen existiert kein schlüssiges Konzept zur Ersatzbetreuung und zum anderen stellt es sich auch als überaus schwierig dar, für die vielen verschiedenen Tageseltern ein gängiges Modell zu entwickeln. Es kann davon ausgegangen werden, dass die große Unsicherheit betreffs der Ersatzbetreuung im Krankheitsfall eine enorme Belastung für Tagespflegepersonen und Eltern von Tagespflegekindern darstellt. Teilweise werden Kinder zu Tagespflegepersonen vermittelt, die weit vom Wohnort der Eltern entfernt sind. Hinzu kommt, dass durch den Wechsel der Tagespflegeperson, des Tagespflegeraumes und der Tagespflegegruppe eine extreme Bruchsituation für das Kind entsteht. Die Sorge darüber, ob das Tagespflegekind gut aufgehoben ist, beschäftigt Eltern gleichermaßen wie die Tagespflegeperson.

Weitere Ängste können im Hinblick auf die Sicherung der eigenen Existenz bestehen. Was passiert, wenn ich freie Plätze nicht besetzen kann?
Fragen gibt es in Hinsicht auf die steuerrechtliche Situation. Inwiefern sind Tagespflegepersonen einkommenssteuerpflichtig, wie steht der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen den Tagespflegepersonen in diesem Fall zur Seite?
Das Zusammenwirken von Tagespflegepersonen und Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden ist in manchen Abschnitten ungenügend geregelt. Gibt es auf der einen Seite Verpflichtungen, z.B. fachlicher Zusammenschluss von Tagespflegepersonen, die der Eigenbetrieb an die Tagespflegeperson stellt, werden andererseits nicht die Bedingungen geschaffen, z.B. keine Bezahlung von Fachkräften, z.B. für Supervision, welche die Tagespflegepersonen beraten.

Aus dem Netz von Verantwortlichkeiten gegenüber dem Eigenbetrieb und den vielleicht mangelhaft bewussten Pflichten der eigenen Selbständigkeit kann eine eingeschränkte Handlungsfähigkeit von Tagespflegepersonen resultieren, die sich bis hin zur "Lähmung" eigener Initiative erstreckt.

Lobby
In der Öffentlichkeit kursieren ungenaue Vorstellungen über die Tagespflege. Einerseits kann es vorkommen, dass Tagespflegepersonen als Babysitter betrachtet oder als ehrenamtliche Betreuer von Kleinkindern im eigenen Familienverband romantisch verklärt werden. Dadurch können bei Eltern von zukünftigen Tagespflegekindern und Tagespflegepersonen unrealistische Erwartungen erzeugt werden, die im Prozess des gemeinsamen Umgangs zu störenden Reibereien führen können. Es mangelt der Tagespflege an Anerkennung als Beruf.


Fazit
Abschließend ist festzustellen, dass der Beruf als Tagespflegeperson neben der eigentlichen anstrengenden täglichen Arbeit (Pflege und Betreuung von Kleinkindern, alleinige und umfassende Organisation des Tagesablaufes ohne geregelte Pause), weitere zusätzliche Belastungen mit sich bringt. Das Risiko von Erkrankungen durch Überlastung oder übermäßigen Ängsten, z.B. Depressionen, Burn-Out-Syndrom, ist lediglich erahnbar, aber bis jetzt nicht untersucht.


3. Die Arbeit (Wirken) des Vereines für Tageseltern in Dresden

3.1. Grundsätze des Vereines für Tageseltern


Werte und Grundsätze
Der Verein steht für bestimmte Werte in seinem Miteinander.
Die Arbeit und der Umgang sollen von Kollegialität, Fairness und Unvoreingenommenheit geprägt sein. Sachlichkeit und Sorgfalt sollen helfen Aufgaben und Konflikte gemeinsam zu bewältigen. Um dabei größtmögliche Objektivität walten zu lassen, ist es wichtig die Tätigkeit und die Entwicklung des Vereines regelmäßig zu reflektieren.
Ein hervorzuhebender Grundsatz des Vereines ist, die sich selbst auferlegte Schweige- und Schutzpflicht, Daten und Informationen Dritter vertraulich zu behandeln, des Weiteren keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und eine weitestgehend neutrale Haltung zu bewahren. Der Verein existiert auf der Grundlage der deutschen Gesetzgebung und versteht sich als gesetzesloyal.

Diese Grundsätze werden mit dem Gedanken: „Wir pflegen nicht nur Kinder, sondern auch unser Miteinander.“ vereint.


3.2. Zielgruppe


Der Verein richtet sich an alle Tagespflegepersonen der Stadt Dresden und Umgebung sowie an die, die in dieser Richtung tätig werden wollen. Weiterhin stellt er sich zur Aufgabe Kontakte zum Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden und anderen öffentlichen Trägern, die sowohl direkt als auch indirekt mit Tagespflege in Berührung stehen, aufzubauen und zu pflegen. Angestrebt wird eine Offenheit gegenüber Eltern von bisherigen und zukünftigen Tagespflegekindern.
Engagement jeder Art und Anfragen von InteressentenInnen sind erwünscht.


3.3. Ziele und Umsetzung


Allgemein setzt sich der Verein zum Ziel die Arbeit der Tageseltern Dresdens zu unterstützen.
Für enorm wichtig wird gehalten, einen Rückhalt für Tagespflegepersonen zu bieten sowie Ansprechpartner bei Fragen und Problemen zu sein. Die folgenden Punkte sollen sowohl die Arbeitsbedingungen für Tagespflegepersonen verbessern und gleichzeitig zur Umsetzung von Qualitätskriterien beitragen.

Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden und öffentlichen Trägern vertiefen
Durch einen intensiven zum Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden sowie anderen Institutionen, welche mit der Tagespflege in Berührung stehen, möchte der Verein relevante Informationen zusammentragen, sie anderen Tagespflegepersonen vorstellen und diskutieren. Wünschenswert wäre es, wenn dies in erster Linie helfen würde, zu einer einheitlicheren Klärung offener Fragen im Bereich der Tagespflege zu kommen. Rückmeldungen sowie eine engagierte und selbstbewusste Mitarbeit der Tagespflegepersonen, könnten im Laufe der Zeit, zu einer stärkeren Präsenz und somit zu einem verstärkten Mitspracherecht in Tagespflege-angelegenheiten führen.

Offene Abende
Um die Vernetzung von Tagespflegepersonen, den Austausch von Erfahrungen und die Klärung anstehender Fragen zu fördern, möchte der Verein offene Abende als kommunikative Basis anbieten. Vorstellbar ist zu verschiedenen Themen Fachkräfte von außen einzuladen.

Vermittlung zu BeraterInnen
Die Angebote, die im Bereich der pädagogischen und erzieherischen Beratungen existieren, sind sehr vielfältig. Hier ist der Verein bemüht, bei speziellen Anfragen von Tagespflegepersonen geeignete FachberaterInnen zu empfehlen, diese zu vermitteln und bei Bedarf zu begleiten. Eine begleitende Funktion ist auch im Falle von Gesprächen zwischen externen Trägern (Outlaw, Malwina e.V., Kinderland Sachsen e.V., Eigenbetrieb Kindertagesstätten Dresden) denkbar. Die Kontaktaufnahme wird in der ersten Zeit vermutlich vorrangig telefonisch oder per E-Mail erfolgen.

Fort- und Weiterbildungen
Teil der Vereinsarbeit wird auch zukünftig die Organisation von Fort- und Weiterbildungen sein, die auf das besondere Wesen der Tagespflege abgestimmt sind.

Öffentlichkeitsarbeit
Ein wichtiger Punkt der Kommunikation, die mediale Plattform, wird der Internetauftritt des Vereins sein. Auf seiner Homepage werden aktuelle Termine für Vorträge, Fort- und Weiterbildungen und Informationen zum Geschehen der Tagespflege in Dresden allgemein zugänglich gemacht. In den unterschiedlichen Frames werden Kontaktdaten zu relevanten AnsprechpartnerInnen für Tagespflegepersonen hinterlegt und es wird die Möglichkeit geben, wichtige Dokumente herunterzuladen. Auch ein Forum und eine Tauschbörse sollen entstehen.
Bereits genannt sind die geplanten „offenen Abende“ sowie die Organisation von Fort- und Weiterbildungen.
Eine aktive Teilnahme bzw. die Anwesenheit des Vereins bei Veranstaltungen im thematischen Bereich der Tagespflege oder beispielsweise bei Ortsfesten bietet dem Verein Gelegenheit zur Transparenz, indem er z.B. InteressentenInnen jeglicher Art Informationen direkt zukommen lassen kann bzw. in verschiedenen Fachgremien bzw. diversen Bereichen des öffentlichen Lebens (politisch, sozial, pädagogisch) durch Mitsprache mitwirken kann.


4. Organisation des Vereines

4.1. Personelle, zeitliche und räumliche Organisation des Vereins


Der Vorstand
Der Vorstand besteht aus sieben Mitgliedern und ist wie folgt aufgebaut:

Vorsitzende/-r
stellvertretender Vorsitzende/-r
Schatzmeister/-in
Protokollführer/-in
1. Beisitzer/-in
2. Beisitzer/-in
3. Beisitzer/-in

Arbeitsstruktur
Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig.
Nach außen werden die Mitglieder des Vorstandes ihre Positionen entsprechend der üblichen Hierarchie vertreten. Nach Innen strebt der Vereinsvorstand einen basisdemokratischen Arbeits- und Entscheidungsstil an.
Vorstandstreffen werden mit Abgesandten von den zukünftigen thematischen Arbeitsgruppen monatlich anberaumt, um aktuelle Themen und organisatorische Inhalte in einer technischen Konferenz zu besprechen (mindestens aber viermal jährlich).

Ort der Treffen
Vorerst werden die Vorstandstreffen in den Privaträumen der Vorstandsmitglieder abgehalten, jedoch wird zukünftig die Nutzung eines vereinseigenen Raumes angestrebt. Für größere Veranstaltungen oder Versammlungen besteht die Möglichkeit der Mitnutzung von Räumen des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Dresden.

Reflektion und Planung
Eine Klausurtagung pro Jahr (ca. zwei Monate vor der jährlichen Mitgliederversammlung) soll Raum geben, Rechenschaft abzulegen, sich einen Jahresrückblick zu verschaffen sowie die Planung des nächsten Vereinsjahres vorzunehmen. Durchgeführt wird diese durch den Vorstand, geladen werden außerdem VertreterInnen von den geplanten thematischen Arbeitsgruppen sein.
Die Klausur-Ergebnisse werden unter anderem Inhalt in der einmal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung sein.

Zukünftig vorstellbar ist auch die Gestaltung eines Vereinsheftes, worin unter anderem Themen besprochen und Termine bekannt gegeben werden können.

Ehrenamt
Die Pflege der Website des Vereines wird vorerst durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter abgedeckt. Andere Aufgabenbereiche für ehrenamtliche MitarbeiterInnen werden sich noch herauskristallisieren.


4.2. Finanzielle Organisation des Vereines


Zu Beginn wird sich der Verein durch Mitgliedsbeiträge tragen. Dieser ist vorerst auf fünf Euro monatlich festgesetzt.
Andere Fördermöglichkeiten durch Spenden, Sponsoring oder öffentliche Mittel sollen folgen.


Dresden, 14.11.2007